COVID-19-Investitionsprämie

Rubrik: Steuerrecht
Ausgabe: Sep. 2020

Coronavirus_Muenze_ScheineMit dem am 24. Juli 2020 im Bundesgesetzblatt kundgemachten Investitionsprämiengesetz hat der Nationalrat die Grundlage für die COVID-19-Investitionsprämie geschaffen. Damit soll für Unternehmen ein Investitionsanreiz geschaffen werden, um die seit Beginn der Coronakrise schwächelnde Konjunktur zu beleben.

Während im Gesetz nur die wesentlichen Eckpunkte dieser Fördermaßnahme beschrieben wurden, erfolgte die detaillierte Ausgestaltung in einer Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Nachfolgend soll ein Überblick gegeben werden, wer die Prämie beantragen kann, welche Investitionen gefördert werden, wie hoch die Prämie ausfällt und welche Fristen eingehalten werden müssen.

Wer kann den Zuschuss erhalten?

Förderfähig sind alle Unternehmen (im Sinne von § 1 UGB), die über einen Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich verfügen, unabhängig von ihrer Rechtsform, ihrer Größe und der Branche, in der sie tätig sind.

Welche Investitionen werden gefördert?

Förderfähig sind grundsätzlich materielle und immaterielle Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen. Davon ausgenommen sind vor allem klimaschädliche Investitionen, wie zB Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Aber auch für aktivierte Eigenleistungen, leasingfinanzierte Investitionen (außer sie werden beim Antragsteller aktiviert), Gebäude und Grundstücke, Erwerb von Unternehmen sowie Finanzanlagen wird keine Investitionsprämie gewährt.
Voraussetzung für die Gewährung der Prämie ist zudem, dass die Investition im Zeitraum vom 1. August 2020 bis zum 28. Februar 2021 begonnen wird. Das bedeutet, dass während dieser Zeitspanne erste Maßnahmen (Bestellung, Kaufvertrag, Anzahlung, Lieferung) für die Investition gesetzt werden müssen. Werden erste Maßnahmen bereits vor oder erst nach diesem Zeitraum gesetzt, steht keine Prämie zu. Ihren Abschluss (Inbetriebnahme und Bezahlung) muss die Investitionsmaßnahme spätestens am 28. Februar 2022 finden. Nur bei Großprojekten (über € 20 Mio) ist dafür 2 Jahre länger Zeit.

Wie hoch ist die Prämie?

Die Investitionsprämie beträgt grundsätzlich 7% der Neuinvestition. Investiert das Unternehmen jedoch in den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung und Gesundheit/Life-Science steigt die Prämie auf immerhin 14%. Die Prämie ist zur Gänze steuerfrei und führt auch nicht zu einer Kürzung der davon betroffenen Aufwendungen. Um förderwürdig zu sein, muss die Investition mindestens € 5.000,-- (netto) betragen. Dabei handelt es sich um die Summe aller Investitionen pro Förderantrag. Das höchste förderbare Investitionsvolumen beträgt € 50 Mio (netto) pro Unternehmen. Übersteigen die Investitionen diesen Betrag, wird die Prämie maximal für den Höchstbetrag gewährt.

Wie ist die Prämie zu beantragen?

Die Prämie kann im Zeitraum vom 1. September 2020 bis spätestens 28. Februar 2021 beantragt werden. Da die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) mit der Abwicklung dieser Fördermaßnahme beauftragt wurde, können Anträge auf Gewährung der COVID-19-Investitionsprämie nur über die Online Plattform aws Fördermanager erfolgen. Die Auszahlung der Prämie erfolgt als Einmalzahlung nach Vorlage einer Endabrechnung durch den Antragsteller. Nur bei einem Investitionsvolumen über € 20 Mio kann eine Zwischenauszahlung beantragt werden.

 

Tipp:

Unter dem Link https://www.aws.at/corona-hilfen-des-bundes/aws-investitionspraemie/ gelangt man nicht nur zur Antragstellung, sondern kann auch die Förderrichtlinie und Fragenkataloge (FAQ) abfragen. Vor allem bei geplanten Investitionen im Bereich der Digitalisierung und der Ökologisierung lohnt sich ein Blick in die Förderrichtlinien und die FAQs, da dort eine Vielzahl an Beispielen und Begriffsbestimmungen angeführt sind.

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