Steuererleichterungen für Homeoffice

Rubrik: Steuerrecht
Ausgabe: Apr. 2021

Am 25. März 2021 wurde das 2. COVID-19-Steuermaßnahmengesetz im Bundesgesetzblatt kundgemacht. Damit wurden – immerhin mehr als ein Jahr nach Beginn des ersten Lockdowns in Österreich – Steuererleichterungen für all jene beschlossen, die ihre Arbeit in Folge der Pandemie teilweise oder überwiegend von ihren eigenen vier Wänden aus erledigen müssen.

Laptop_Videokonferenz_HeadsetDie vielfältigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus haben nicht nur in unser Sozialleben eingegriffen sondern in vielen Bereichen auch unser Arbeitsleben stark verändert. So hat vor allem in den klassischen „Bürojobs“ das Homeoffice Einzug gehalten. Aber auch Maßnahmen in anderen Bereichen – wie etwa dem Schulwesen – haben dazu geführt, dass das eigene Wohnzimmer nun auch als Arbeitsraum und Klassenzimmer herhalten muss.

Um den davon betroffenen nichtselbständig Erwerbstätigen zumindest einen Teil der so entstandenen Kosten steuerlich abzugelten, wurde ein sogenanntes Homeoffice-Pauschale geschaffen und der Kreis der abzugsfähigen Werbungskosten erweitert. Diese Maßnahmen waren vor allem deshalb erforderlich, da die geltenden Regelungen zur Absetzbarkeit der Kosten von Arbeitszimmern äußerst restriktiv sind und somit in den meisten Homeoffice-Fällen zu keinerlei Steuererleichterungen geführt hätten.

Homeoffice-Pauschale

Vereinbart ein Dienstgeber mit seinem Mitarbeiter, dass dieser seine Arbeit an bestimmten Tagen ausschließlich in seiner Wohnung erledigt, besteht die Möglichkeit, dem Mitarbeiter einen bestimmten Betrag steuerfrei zuzuwenden: das Homeoffice-Pauschale. Dieser Pauschalbetrag beträgt bis zu € 3,-- pro Arbeitstag und ist mit € 300,-- pro Kalenderjahr gedeckelt. Anders gesagt kann für maximal 100 Arbeitstage im Jahr ein steuerfreies Homeoffice-Pauschale ausgezahlt werden.

Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist neben der Vereinbarung der Homeoffice-Tätigkeit zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer, dass über die Tage der Heimarbeit Aufzeichnungen geführt werden und diese zum Lohnkonto zu nehmen sind. Die drei Euro pro Tag sind ein Höchstbetrag, der vom Dienstgeber auch unterschritten werden kann. Werden hingegen mehr als € 3,-- bezahlt, stellt der übersteigende Teil steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Erhält ein Dienstnehmer von mehreren Arbeitgebern insgesamt mehr als € 300,-- pro Jahr steuerfrei abgerechnet, muss er den Mehrbetrag im Wege einer Arbeitnehmerveranlagung ebenfalls versteuern.

Arbeitnehmer hingegen, die im Homeoffice arbeiten und von ihrem Dienstgeber keine Pauschale abgerechnet bekommen, können die € 3,-- pro Tag in ihrer Arbeitnehmerveranlagung als Werbungskosten geltend machen. Erhalten sie zwar ein Pauschale, aber weniger als den zulässigen Höchstbetrag, können sie die Differenz ansetzen.

Klargestellt wurde im Einkommensteuergesetz nun auch, dass der Wert der digitalen Arbeitsmittel, die dem Mitarbeiter für seine Tätigkeit zu Hause unentgeltlich überlassen werden, keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn darstellt.

Diese Regelung wurde rückwirkend mit 1. Jänner 2021 eingeführt und ist mit Ablauf des 31. Dezember 2023 befristet.

Werbungskosten

Unter dem Begriff Werbungskosten versteht das Einkommensteuergesetz Ausgaben, die dem Erwerb, der Sicherung und der Erhaltung der Einnahmen dienen. Darunter sind zB Arbeitsmittel wie etwa ein Computer, beruflich bedingte Reisekosten, Fachliteratur, Fortbildung oder doppelte Haushaltsführung zu verstehen. Viele Geräte, die nun im Homeoffice Verwendung finden (zB Laptop, Drucker, Mobiltelefon), fallen unter den Begriff der Werbungskosten und konnten schon bisher steuerlich berücksichtigt werden.

Anders verhielt es sich bislang mit Einrichtungsgegenständen, die für einen Arbeitsplatz in der Wohnung zum Einsatz kommen. Wer also etwa für seine Wohnzimmerecke einen Schreibtisch samt Bürosessel und adäquater Beleuchtung beschafft hat, um einige Tage pro Jahr im Homeoffice arbeiten zu können, dem war der Ansatz der diesbezüglichen Kosten verwehrt. Dies hatte seine Ursache in den schon erwähnten, restriktiven Regelungen zum Arbeitszimmer im Wohnungsverband. Nur unter sehr streng umrissenen Bedingungen können Kosten für ein derartiges Arbeitszimmer als Werbungskosten abgesetzt werden. Zu diesen Kosten gehören aber nicht nur die Raumkosten (zB Miete und Betriebskosten) selbst sondern auch allfällige Einrichtungsgegenstände. Somit gilt: Ist das Arbeitszimmer steuerlich nicht abzugsfähig, gilt das auch für die Einrichtung.

Genau aus diesem Grund wurde mit dem neuen Gesetz der Werbungskostenbegriff hinsichtlich der Erfordernisse von Homeoffice erweitert: Wer in einem Kalenderjahr mindestens 26 Tage im Homeoffice arbeitet, darf Ausgaben für ergonomisch geeignetes Mobiliar (zB Schreibtisch, Bürostuhl, Beleuchtung) als Werbungskosten geltend machen, auch wenn er über kein Arbeitszimmer im Sinne des Gesetzes verfügt. Allerdings gibt es hierfür einen – nicht sehr großzügig bemessenen – Höchstbetrag von € 300,-- pro Kalenderjahr.

Übersteigen die Anschaffungskosten diesen Höchstbetrag, kann der übersteigende Teil auf die Jahre 2022 und 2023 verteilt werden. Insgesamt können daher unter diesem Titel maximal € 900,-- als Werbungskosten angesetzt werden.

Damit Personen, die bereits im Vorjahr entsprechende Anschaffungen getätigt haben, auch von der Neuerung profitieren, wurde eine Rückwirkung dieser Maßnahme beschlossen. Wer im Jahr 2020 mindestens 26 Tage im Homeoffice gearbeitet hat, darf schon in der Veranlagung 2020 maximal € 150,-- für ergonomisch geeignetes Mobiliar als Werbungskosten absetzen. Allerdings: Der für 2020 abgesetzte Betrag vermindert in der Folge den für 2021 zustehenden Höchstbetrag von € 300,--. Es stehen somit für die Jahre 2020 und 2021 in Summe nur € 300,-- zu Verfügung.

Für andere Werbungskosten im Zusammenhang mit Homeoffice gilt diese Betragsbeschränkung nicht. Wer allerdings digitale Arbeitsmittel für die Heimarbeit anschafft und von seinem Dienstgeber ein Homeoffice-Pauschale erhält, muss den erhaltenen Betrag von den Anschaffungskosten dieser Arbeitsmittel abziehen.
Wie die Regelung über das Homeoffice-Pauschale ist auch die Bestimmung über die zusätzlichen Werbungskosten zeitlich befristet und tritt mit Ablauf des Jahres 2023 außer Kraft.

Wichtiger Hinweis für Dienstgeber:

Aufgrund einer Änderung der sogenannten Lohnkontenverordnung muss ab sofort die Anzahl der Homeoffice Tage im Lohnkonto der betroffenen Mitarbeiter angeführt werden. Diese Verpflichtung besteht auch dann, wenn kein Homeoffice-Pauschale ausgezahlt wird.
Grund:
Die Angabe wird benötigt, damit der Dienstnehmer Werbungskosten im Zusammenhang mit dem Homeoffice in seiner Steuererklärung geltend machen kann.

Tipp:

Falls Sie Ihre Arbeitnehmerveranlagung für 2020 schon gemacht haben, bevor das 2. COVID-19-Steuermaßnahmengesetz in Kraft getreten ist, überlegen Sie, ob Sie nicht bereits 2020 in Büromöbel für Ihr Homeoffice investiert haben. Mit einem Wiederaufnahmeantrag können Sie € 150,-- davon bereits für 2020 geltend machen.

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