Sonderregelungen zu Pendlerpauschale und Öffi-Tickets

Rubrik: Steuerrecht
Ausgabe: Sep. 2021

Das Homeoffice-Gesetzespaket begünstigte unter anderem das Arbeiten im Homeoffice. Das Paket ermöglichte mit 1.1.2021, das Pendlerpauschale auch für Homeoffice-Tage zu berücksichtigen. Allerdings ist diese Begünstigung mit Ende Juni ausgelaufen, und seit 1.7.2021 gelten nun neue Regelungen. Gleichzeitig tritt ab diesem Datum eine Neuregelung für Kostenersätze von Wochen-, Monats- und Jahreskarten für Massenbeförderungsmittel in Kraft.

Ticketautomat_BahnsteigPendlerpauschale

Der Anspruch auf das Pendlerpauschale und den Pendlereuro hängt nun wieder mit den tatsächlichen Pendlertagen zusammen. Pendlertage werden als Büroarbeitstage definiert. Dabei zählen Urlaubs- und Krankenstandstage als Bürotage, jedoch zählen Tage, die mit Gutstunden abgebaut oder bei denen eine Dienstreise angetreten wird, nicht dazu. Ebenfalls zählt ein ausschließlicher Homeoffice-Tag nicht als Pendlertag.

Wird allerdings nur der halbe Tag in der Wohnung gearbeitet und nachher ins Büro gefahren, so zählt auch dieser als Pendler- und nicht als Homeoffice-Tag.

Bei Unterschreiten gewisser Pendlertage pro Monat kommt es zu einer Kürzung des Pendlerpauschales:

In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass im Gegenzug eine Homeoffice-Pauschale von bis zu € 3,-- pro Tag für maximal 100 ausschließliche Homeoffice-Tage als Werbungskosten geltend gemacht werden kann, sofern der Arbeitgeber nicht bereits einen Pauschalbetrag abrechnet. Rechnet der Arbeitgeber weniger als € 3,-- pro Tag ab, kann die Differenz auf € 300,-- pro Jahr als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Job-Ticket neu

Die Neuregelung bezüglich der Öffi-Tickets begünstigt Arbeitnehmer, die von ihrem Arbeitgeber die Kosten für eine Zeitkarte ersetzt bekommen. Mit der Neuregelung ist es nun nicht mehr erforderlich, dass der Arbeitgeber die Kosten direkt an das Verkehrsunternehmen zahlt. Der Mitarbeiter kann sich seine Fahrkarte selbst kaufen und vom Dienstgeber die Kosten ersetzt bekommen. Als Nachweis muss dem Dienstgeber eine Rechnung über das Ticket vorgelegt und von diesem zum Lohnkonto genommen werden.

Die somit bezahlten Tickets sind sowohl von der Lohnsteuer als auch von der Sozialversicherung befreit und unterliegen keinen Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber. Damit die Befreiung gilt, muss das Ticket aber zumindest am Wohn- oder Arbeitsort gelten. Die Wochen-, Monats- oder Jahreskarten müssen nach dem 30.6.2021 erworben werden. Eine weitere Bedingung ist, dass keine Gehaltsumwandlung vorliegt. Das heißt, die Kosten dürfen nicht vom Arbeitslohn abgezogen oder anstelle einer zustehenden Lohnerhöhung gewährt werden. Die Umwandlung eines bisherigen Fahrtkostenzuschusses ist allerdings nicht begünstigungsschädlich.

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