Von der Idee zum Businessplan

Rubrik: Finanzen und Betriebswirtschaft
Ausgabe: Apr. 2021

Am Anfang jeder Gründung steht eine zündende Idee. Zur Umsetzung bedarf es aber eines konkreten Plans, der auf soliden Annahmen, Markteinschätzungen und Prognosen basieren sollte.

Businessplan_KompassMithilfe eines Businessplans lassen sich Wirtschaftlichkeit, Realisierbarkeit und Bedarf sehr gut darstellen. Für das Erstellen eines Businessplans ist auch die Art der Umsetzung des Unternehmens – nämlich hinsichtlich der Rechtsform, der Mitarbeiterplanung, des Gewerberechts und noch zahlreichen weiteren Dingen, die als Kosten- aber auch als Ertragsfaktor dienen können – relevant. Es ist daher zu empfehlen, sich im Vorfeld jeder Gründung und auch beim Erstellen des Businessplans ausreichend Zeit zu nehmen und verschiedene Szenarien einfließen zu lassen. Denn voreiliges Gründen kann oft zu Fehlentscheidungen führen, die sich durch gezieltes Auseinandersetzen mit dem jeweiligen Projekt im Vorhinein oft vermeiden lassen.

Ein Businessplan ist aber kein starres Tool. Er bedarf der stetigen Anpassung und sollte demnach bei Bedarf kontinuierlich an die aktuellen Gegebenheiten adaptiert werden, um den Gründern zu zeigen, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Aber nicht nur die Gründer selbst werden Interesse am Businessplan haben, sondern auch externe Adressaten wie zB Banken, wenn es um die Gewährung eines Kredits, Investoren, wenn es um die Beteiligung an dem Start-up oder Förderinstitutionen, wenn es um die Zusage einer Förderung geht.

Grundsätzlich sollte der Businessplan daher folgende, essentielle Bestandteile umfassen, die die wichtigsten Punkte der Geschäftsidee zusammenfassen und herausarbeiten:

Unter den oben angeführten Punkten befinden sich sowohl finanzielle Informationen als auch nicht-finanzielle Informationen. Grundsätzlich sollten sämtliche Bestandteile ausreichend behandelt werden, denn die einzelnen Bereiche interagieren miteinander. Diese Verknüpfung der einzelnen Bereiche sollte einen roten Faden im Businessplan erkennen lassen. Insbesondere zur Berechnung der finanziellen Indikatoren, also beim Erstellen des integrierten Finanzplans, muss auf den nicht-finanziellen Indikatoren aufgebaut werden, um ein glaubhaftes Bild des Unternehmens darzustellen.

Zweck der Finanzplanung ist es, die Aussagen und Annahmen im Businessplan zu quantifizieren und zu zeigen, ob das Unternehmen finanzierbar und rentabel ist. Herzstücke des integrierten Finanzplans sind die Gewinn- und Verlustrechnung (G&V), die Planbilanz und die Liquiditätsplanung. Die G&V stellt die geplanten Erträge und Aufwendungen für den Planungszeitraum gegenüber und zeigt somit, ob ein Gewinn oder ein Verlust in den jeweiligen Planungsperioden erwartet wird. Die Planbilanz stellt Aktiva (Vermögenswerte) und Passiva (Schulden) zu einem bestimmten Zeitpunkt, dem Bilanzstichtag gegenüber. Die Planbilanz zeigt somit die erwartete Vermögenssituation des Unternehmens. Die Liquiditätsplanung baut auf der G&V und der Bilanz auf und beschäftigt sich mit den verschiedenen Geldflüssen (Cashflows) in der jeweiligen Planungsperiode. Die Liquiditätsplanung gibt also Aufschluss darüber, ob das Unternehmen sich selbst finanzieren kann oder zusätzliches Kapital aufnehmen muss, um die Geschäftstätigkeit zu finanzieren.

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