Der Erfolgsfaktor Planungsrechnung

Rubrik: Finanzen und Betriebswirtschaft
Ausgabe: Nov. 2020

Die Planungsrechnung als integriertes Steuerungs- und Kontrollinstrument der Unternehmensführung ist zum festen Bestandteil der jährlichen Unternehmensplanung geworden. Sie dient als Entscheidungsinstrument für zukünftige Investitions- bzw Expansionsvorhaben und gilt neben der Bilanz als wichtigstes Informationsinstrument für Kapitalgeber wie Banken, Aktionäre, Gesellschafter etc.

Lupe_Kompass_TabelleDie Planungsrechnung ist ein integriertes Steuerungs- und Kontrollinstrument der (Unternehmens-)Planung. Die Planung ihrerseits ist eine Aufgabe des Managements (Unternehmensführung) und kann als die gedankliche Vorwegnahme zukünftigen Handelns durch Abwägen verschiedener Handlungsalternativen und Entscheidungen für den günstigeren Weg definiert werden.

Grundsätzlich wird im Rahmen der Unternehmensplanung eine Gliederung nach dem Ausmaß an Operationalität vorgenommen. Darunter wird die Unterteilung der Planung in die strategische Planung, Mittelfristplanung und operative Jahresplanung verstanden.
Die strategische Planung leitet sich von der Unternehmensvision ab, die als Leitvorstellung, als grundlegende Orientierung allem unternehmerischen Handeln voransteht. Die Vision ist normalerweise sehr allgemein gehalten, kann vieles umschließen und sollte es auch.

Die strategische Planung (5–10 Jahre) soll festlegen, mit welchen Produkten in welchen Märkten welche Positionen erreicht werden sollen. Sie umfasst alle langfristig angestrebten Unternehmensziele.

Die Mittelfristplanung (3–5 Jahre) übernimmt die Bindefunktion zur strategischen Planung. Es sollten hier die strategischen Überlegungen in Teilziele für die Planjahre aufgegliedert werden, um festzulegen, wie und wann die zur Erreichung der Strategien notwendigen Potenziale und Kapazitäten aufgebaut werden müssen. Die Mittelfristplanung ist Voraussetzung für die operative Jahresplanung.

In der operativen Planung (1–3 Jahre) wird die Konkretisierung der Unternehmensziele für das nächste Jahr so detailliert aufbereitet, dass auch von einem Unternehmensfahrplan für das kommende Jahr gesprochen werden kann. Die operative Planung beschränkt sich nicht unbedingt auf eine Periode, vielmehr kann sie sich über mehrere Jahre erstrecken. Der zeitliche Horizont der operativen Planung hängt bspw sehr stark von der Markttransparenz, von der Lebensdauer der Produkte und vom Sortiment der Dienstleistungen ab. Es ist in diesem Zusammenhang auch die Frage zu stellen, wieviele Jahre auf dem hohen Detaillierungsniveau der operativen Jahresplanung voraus geplant werden können und sollen. Die Beantwortung dieser Frage kann nur nach genauer Analyse der Markt-, Produkt- und Unternehmensentwicklung individuell beantwortet werden.

In der Planungsrechnung hat die Verknüpfung von einzelnen Teilplänen in möglichst viele Richtungen zu erfolgen. So sind die Pläne der einzelnen Unternehmensbereiche sowohl nach oben als auch untereinander so zu verknüpfen, dass sich daraus ein Gesamtplan ergibt (vertikale Koordination). In diesem Sinne sind die vom Gesamtunternehmensziel abweichenden Interessen auszuschalten und eine bestmögliche Zielerreichung nach dem Gesamtoptimum auszurichten.

Um ein repräsentatives Ergebnis der Planung zu erzielen, ist die Berücksichtigung von zwei Planungsbereichen, der Erfolgsplanung und der Liquiditätsplanung, besonders wichtig. So wird in der Erfolgsrechnung durch Gegenüberstellen geplanter Umsätze und geplanter Kosten das Betriebsergebnis errechnet. Im Finanzplan hingegen wird die zukünftige Liquidität des Unternehmens sichergestellt. Als Folge dieser beiden Teilpläne kann ausgehend von der Eröffnungsbilanz die Planbilanz erstellt werden. Diese spiegelt die Vermögenssituation des Unternehmens am Ende der Planungsperiode wider. Dieses koordinierte Vorgehen wird auch als horizontale Koordination bezeichnet.

Im Rahmen des Planungsprozesses nimmt der Soll-/Ist-Vergleich als Kontrollinstrument der Planung eine wesentliche Funktion ein. Ohne Vergleich der Plandaten mit den tatsächlich entstandenen Daten ist jede Planungsrechnung wertlos. Bereits in der Planungsrechnung ist auf die Ist-Situation Bedacht zu nehmen. Die Planung hat in dem Ausmaß zu erfolgen, dass sie später mit Hilfe einer kurzfristigen Erfolgsrechnung kontrolliert werden kann. Der Detaillierungsgrad der Planungsrechnung sollte mit dem der Finanzbuchhaltung übereinstimmen. Erst dann ist ein Gegenüberstellen der Plan- mit den Ist-Werten möglich (Soll-/Ist-Vergleich).

Als Empfehlung können wir nur jedem Unternehmen mitgeben, eine Planungsrechnung zu installieren, um den Finanzbedarf jederzeit beurteilen zu können und das Unternehmen jederzeit professionell zu präsentieren.

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