Sachbezüge für Kraftfahrzeuge

Rubrik: Steuerrecht
Ausgabe: Jän. 2020

Wer ein dienstgebereigenes Kraftfahrzeug für Privatfahrten verwenden darf, kommt in den Genuss eines sogenannten geldwerten Vorteils aus dem Dienstverhältnis. Dieser Vorteil unterliegt wie das Gehalt der Sozialversicherungs- und der Einkommensteuerpflicht. Wie dieser Vorteil zu bewerten ist, ergibt sich aus der Sachbezugswerteverordnung des Finanzministers, die mit Wirkung ab 2020 einige kleine Änderungen erfahren hat.

Auto_Grafik_zwischen_HaendenFür die Sozialversicherung und das Finanzamt macht es grundsätzlich keinen Unterschied, ob jemand als Entgelt für seine Arbeitsleistung einen Geld- oder einen Sachbezug erhält. Während Geldbezüge relativ einfach abgerechnet werden können, stellt sich bei geldwerten Vorteilen stets die Frage nach deren Bewertung. Für den Bereich der Nutzung von Kraftfahrzeugen sind dafür die Bestimmungen der Sachbezugswerteverordnung  anzuwenden.

Nach dieser gilt folgende Grundregel: Als Sachbezug für die Privatnutzung eines Kraftfahrzeuges des Arbeitgebers sind monatlich 2% der Anschaffungskosten des Fahrzeuges anzusetzen. Der Maximalbetrag wurde mit € 960,-- festgelegt, was Anschaffungskosten des Fahrzeuges von € 48.000,-- entspricht. Wer nicht mehr als 6.000 km pro Jahr privat fährt und dies mittels Fahrtenbuch nachweisen kann, wird nur mit dem halben Sachbezug (1% bzw maximal € 480,--) zur Kasse gebeten.

Um einen Anreiz zur Anschaffung von Fahrzeugen mit niedrigem CO2-Ausstoß zu schaffen, gibt es seit 2016 einen ermäßigten Sachbezugswert für Fahrzeuge, die einen bestimmten Grenzwert nicht übersteigen. Der ermäßigte Sachbezugswert beträgt 1,5% (max € 750,--) für den vollen bzw 0,75% (max € 360,--) für den halben Sachbezug.

Allerdings verminderte sich der Grenzwert jährlich um 3g/km. Lag er 2016 noch bei 130g/km, betrug er 2019 nur mehr 121g/km und liegt Anfang 2020 bei 118g/km. Maßgeblich ist jener Grenzwert, der im Jahr der erstmaligen Zulassung eines Fahrzeuges gegolten hat. Aufgrund einer Umstellung des Messverfahrens, das bei gleichem CO2-Ausstoß zu höheren Messergebnissen führt, wurden die Grenzwerte ab 1. April 2020 an die neue Messmethode angepasst. Der neue Wert für 2020 beträgt demnach 141g/km. Auch er vermindert sich in den Folgejahren um jeweils 3g pro Jahr.

Wer hingegen ein Elektrofahrzeug als Dienstauto mit der Möglichkeit der Privatnutzung erhält, hat es gut: In diesem Fall wird kein Sachbezug fällig. Dies gilt allerdings ausschließlich für reine E-Fahrzeuge mit einer CO2-Emission von 0g/km.

Hybridfahrzeuge sind von dieser Befreiung nicht umfasst.

Eine angenehme Neuerung gibt es für Freunde von Zweirädern. Ab sofort sind auch E-Bikes und Elektromotorräder sachbezugsfrei. Ebenso wie bei den E-Autos gilt hier die Befreiung allerdings nur bei einem CO2-Emissionswert von 0g/km.

Tipp:

Bei der Anschaffung von Firmenfahrzeugen macht es durchaus Sinn, auf die CO2-Werte zu achten. Niedrige Sachbezugswerte helfen schließlich auch dem Unternehmer, seine Lohnnebenkosten niedrig zu halten.

Seite drucken | zurück