Anrechnung von Karenzzeiten

Rubrik: Sozial- und Arbeitsrecht
Ausgabe: Nov. 2019

Aufgrund einer Änderung des Mutterschutzgesetzes bzw Väterkarenzgesetzes sind Zeiten einer Karenz bei Rechtsansprüchen, die sich nach der Dauer der Dienstzeit richten, in Zukunft in vollem Umfang anzurechnen.

BabysockenEs handelt sich hierbei insbesondere um folgende Ansprüche: Dauer der Kündigungsfrist, Dauer des Entgeltfortzahlungsanspruchs im Krankheitsfall, Ausmaß des Erholungsurlaubes, Höhe der gesetzlichen Abfertigung Alt, Ansprüche auf Jubiläumsgeld oder etwa Gehaltsvorrückungen.

Diese Rechtslage gilt für alle Geburten ab 1.8.2019; für Geburten bis 30.7.2019 gilt weiterhin die alte Rechtslage, nach der lediglich 10 Monate der 1. Karenz des aktuellen Dienstverhältnisses für die Bemessung der Kündigungsfrist, der Dauer der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und für das Urlaubsausmaß anzurechnen sind. Andere gesetzliche bzw kollektivvertragliche Ansprüche sind davon nicht erfasst.

Zu beachten ist jedoch, dass auch im Hinblick auf Geburten bis zum 31.7.2019 jedenfalls geprüft werden muss, ob es kollektivvertragliche Sonderregelungen gibt. Insbesondere in den letzten 2 Jahren wurde bereits für Geburten vor dem 31.7.2019 die Anrechnung von Karenzzeiten sowohl hinsichtlich der Dauer als auch hinsichtlich der erfassten Ansprüche kollektivvertraglich ausgeweitet.

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