Unternehmensstrategien entwickeln

Rubrik: Finanzen und Betriebswirtschaft
Ausgabe: Sep. 2019

"Es ist nicht wichtig, woher der Wind weht,
es kommt darauf an, wie man die Segel setzt" – Sokrates

Unternehmen setzen ihre Segel strategisch, damit sie erfolgreich sind und ihren Kunden den optimalen Nutzen liefern können. Eine Strategie besteht aus dem Ziel des Unternehmens, den Teilzielen und gleichzeitig aus den Wegen zum Ziel.

Segelschiff_SonnenuntergangLeitplanken

Bevor man als Unternehmer seine unternehmerischen Visionen, Leitbilder, Geschäftspolitiken und Ziele ableitet, sollte man zuerst seine höchstpersönlichen Lebensziele betrachten. Was treibt einen an? Wofür steht man täglich auf? Was möchte man in seinem Leben unbedingt alles erreichen? Aus welchen Zielen zieht man den Sinn seines Lebens? Denn diese Lebensziele sind die Leitplanken für jegliche unternehmerischen Ziele. So es im Unternehmen mehrere Unternehmer – sprich Partner – gibt, so sollten diese höchstpersönlichen Vorstellungen stets vergemeinschaftet werden. Ein Unternehmen ist selbstredend erfolgreicher, wenn alle in die gleiche Richtung ziehen.

Analyse

Jedes Unternehmen hat von innen heraus Fähigkeiten, wie zB das Know-How der Mitarbeiter, effiziente Prozesse und einzigartige Verfahren usw. Auf der anderen Seite ist das Unternehmen im Spannungsfeld zum restlichen Markt und Umfeld tätig. Und genau diese Punkte gilt es zu analysieren. Nach innen wird man die Kompetenzen, Fähigkeiten, Kosten, Ertragserzielungsmöglichkeiten analysieren und nach außen den Mitbewerb, die Bedürfnisse der Zielgruppen und die Entwicklung der Rahmenbedingungen des Marktes – wie zB Marktwachstum und -größe.

Je flexibler man die Daten zu Informationen verdichten kann, desto einfacher wird es im Strategieprozess sein, verschiedene Blickwinkel einzunehmen.

Neben der Datensammlung und -aufbereitung wird methodisch häufig eine SWOT-Analyse gemacht. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats – also für Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Identifiziert man jene Stärken, die eigentlich das gesamte Geschäftsmodell begründen und aus Kundensicht allesentscheidend für die Wahl des Anbieters sind, also letztlich den Erfolg ausmachen, so wird man diese als Kernkompetenzen bezeichnen. Ideen und Optionen Unter Anwendung zahlreicher Kreativitätstechniken wird man nun Ideen entwickeln, wie man sich auf das Umfeld besser einstellen kann, dem Mitbewerb begegnen, die Bedürfnisse der Kunden optimal bedienen und innerbetrieblich noch mehr aus den Fähigkeiten herausholen kann. Im Rahmen der SWOT-Analyse wird man versuchen, zahlreiche Ideen zu generieren, wie man Stärken stärkt und hierbei die Chancen optimal nutzt oder Schwächen beseitigt, um schlagendwerdenden Risiken aus dem Weg zu gehen. Und jedenfalls bedarf es zahlreicher Ideen, wie man die identifizierten oder in Zukunft benötigten Kernkompetenzen entwickelt und auf die Spitze treibt. Alle diese Ideen stellen Handlungsoptionen dar. Im Rahmen der Leitplanken und der Analyse bzw der somit erkannten Situation des Unternehmens gibt es nun zahlreiche Möglichkeiten, wie man entscheiden könnte, um erfolgreich in die Zukunft zu gehen.

Vorläufige Strategie, Kundenbedürfnisanalyse und Beweissuche

In diesem Schritt trifft man Entscheidungen und legt vorläufig die Strategie – also die Ziele und Maßnahmen zur Zielerreichung – fest. Man tut so, als ob man sich nun schon endgültig entscheiden müsste; nur man zieht noch ein Fangnetz ein – und zwar in Form der Beweissuche. Diese ist zweigeteilt: Zuerst schaut man sich jene Zielgruppen und idealen Kundenschichten an, die im Rahmen der vorläufigen Strategie angegangen werden und analysiert die Kundenbedürfnisse noch tiefer. Denn es geht ja nicht nur darum, dass man Kundenbedürfnisse befriedigt, sondern dass der potenzielle Kunde diese Nutzenstiftung auch beim betreffenden Unternehmen kauft. Daher sind vor allem die Kaufentscheidungsprozesse unter die Lupe zu nehmen. Dann wird vorübergehend am Markt getestet, ob die in der Strategie gemachten Überlegungen auch am Markt funktionieren. Denn es ist besser man erkennt schon bald, dass ein verfolgter Pfad eine Sackgasse ist, als wenn man alle Ressourcen unumkehrbar aufs „falsche Pferd“ setzt. In Schleifen werden die strategischen Optionen so lange getestet, bis man sich sicher ist, dass man die richtige Mischung an Optionen zur Ausrichtung des Unternehmens gefunden hat.

Strategiefixierung, Vision, Unternehmenspolitik

Ist man sich nun ziemlich sicher, dass ein Strategiebündel aufgehen wird, so stellt man sich für das Unternehmen nochmals die Frage, wo man visionär hinkäme und leitet somit die Unternehmensvision ab und welche Praktiken (= Unternehmenspolitik) zum Erfolg führen werden. Somit wird die Strategie, die weiterverfolgt wird, fixiert. Die Entscheidung ist somit getroffen. Oft wird an dieser Stelle auch ein Leitbild des Unternehmens entwickelt oder das bestehende Leitbild angepasst. Bindet man hierbei viele Mitarbeiter ein, so entsteht eine Kommunikation der Strategie nach innen.

Programm, Kommunikation und Umsetzung

Damit die Strategie umgesetzt wird, benötigt es ein klares Programm mit Maßnahmen, Projektmanagement und Meilensteinen. Meist kommt man an dieser Stelle darauf, dass man sich viel zu viele Maßnahmen vorgenommen hat. Aus diesem Grund müssen noch Prioritäten gesetzt werden und es wird nochmals überprüft, wie leicht die Umsetzung scheitern könnte und was man dagegen tun kann. Die Strategie ist nun reif dafür, auch nach außen – also am Markt – präsentiert und kommuniziert zu werden. Daraufhin braucht es ein straffes Projektmanagement, um nun auch die Strategie konkret zu verfolgen und die gewünschten Ziele zu erreichen und Erfolge einzufahren.

Seite drucken | zurück