Neuberechnung der Kammerumlage 1

Rubrik: Steuerrecht
Ausgabe: Jän. 2019

Die Wirtschaftskammer finanziert sich über verschiedenste Beiträge ihrer Mitglieder. Neben der Grundumlage, die jedes Mitglied zu entrichten hat, gibt es die sogenannte Kammerumlage 1, die sich nach den geltend gemachten Vorsteuerbeträgen bemisst, und die Kammerumlage 2 – besser bekannt als DZ – die als lohnabhängige Abgabe von der Lohn- und Gehaltssumme eines Unternehmens abhängt. Die Kammerumlage 1 ist ab 2019 neu zu berechnen und wird zu einer – wenn meist auch bescheidenen – Entlastung von Unternehmen führen.

WKO_SchriftzugNach der bis Ende 2018 geltenden Regelung war jedes Wirtschaftskammermitglied mit einem Jahresumsatz von mehr als € 150.000,-- verpflichtet, die Kammerumlage 1 selbst zu berechnen und an das Betriebsfinanzamt abzuführen. Bemessungsgrundlage waren dabei alle Vorsteuerbeträge inklusive Einfuhrumsatzsteuer und Erwerbsteuer sowie Vorsteuern aus dem Übergang der Steuerschuld (Reverse Charge). Als Tarif kamen 0,3% zur Anwendung. Bereits im Jahr 2017 wurde eine Novelle des Wirtschaftskammergesetzes beschlossen, die auch eine Neuberechnung der Kammerumlage 1 zum Inhalt hatte. Mit Wirkung ab 1. Jänner 2019 ist diese Umlage daher wie folgt zu berechnen:

Wie bisher zählen grundsätzlich alle Vorsteuerbeträge zur Bemessungsgrundlage der Umlage. Allerdings dürfen nun – und das ist neu – Vorsteuern auf Investitionen in das Anlagevermögen von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden. Mit dieser Maßnahme sollen investitionsfreudige Unternehmen entlastet werden. Die Regelung bezieht sich auf alle Zugänge zum Anlagevermögen und unterscheidet nicht zwischen neuen und gebrauchten Anlagegütern. Selbst die Anschaffung von geringwertigen Wirtschaftsgütern (Anschaffungs- oder Herstellungskosten von maximal € 400,--) ist von der Erleichterung umfasst.

ber nicht nur die Bemessungsgrundlage wurde verändert, auch beim Tarif gab es Änderungen. Anstelle des bislang einheitlichen Umlagesatzes von 0,3% tritt nun ein Staffeltarif. Bis zu einer Bemessungsgrundlage (Summe der Vorsteuerbeträge abzüglich Vorsteuern auf Investitionen) von € 3 Mio pro Jahr gilt ab heuer ein Umlagesatz von 0,29%. Damit kommt es für jeden umlagepflichtigen Unternehmer zumindest zu einer geringfügigen Reduktion der Umlage. Übersteigt die Bemessungsgrundlage den Betrag von € 3 Mio vermindert sich der Tarif für den übersteigenden Teil auf 0,2755%. Eine weitere Reduktion gibt es dann erst ab einer Bemessungsgrundlage von € 32,5 Mio, ab der nur mehr 0,2552% an Umlage abzuführen ist. Die Umsatzschwelle, bei deren Überschreiten die Kammerumlage zu entrichten ist, blieb mit € 150.000,-- unverändert.

Trotz einer kleinen Entlastung gibt es daher auch bei der Wirtschaftskammer ein bisschen „kalte Progression“.

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